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GMP | Anlagenbau

GMP-Anforderungen für Anlagenbauer

Sie liefern Anlagen, Ausrüstung oder technische Systeme an Pharma-Kunden und möchten wissen, welche GMP-Anforderungen für Ihr Projekt gelten?

Woher GMP-Anforderungen für Anlagenbauer kommen

Wer für einen Pharma-Kunden liefert, sucht häufig zuerst nach den geltenden GMP-Vorgaben. Für das konkrete Projekt reicht das allein jedoch nicht aus.

Welche Anforderungen umgesetzt werden müssen, hängt von der vorgesehenen Nutzung, den damit verbundenen Risiken und den Vorgaben des Betreibers ab.

  1. Geplante Nutzung und Risikobewertung

    Die GMP-Relevanz einer Anlage ergibt sich aus ihrer späteren Nutzung und ihrem möglichen Einfluss auf Produktqualität, Prozesskontrolle, Reinigung oder Daten.

    In der Risiko- und Kritikalitätsbewertung wird betrachtet, welche Funktionen, Komponenten und Schnittstellen für den späteren Prozess relevant sind. Daraus entstehen Anforderungen an Ausführung, Tests und Dokumentation.

    Für Anlagenbauer ist deshalb wichtig zu verstehen, wie die eigene Lieferung genutzt wird und welche Risiken innerhalb des vereinbarten Lieferumfangs berücksichtigt werden müssen.

  2. Vorgaben des Betreibers

    Der Betreiber legt fest, wofür die Anlage eingesetzt wird, und konkretisiert die für das Projekt geltenden GMP-Anforderungen.

    Diese Vorgaben können technische Funktionen, Werkstoffe, Schnittstellen, Dokumentation, Tests und die spätere Nachweisführung betreffen.

    Offene oder widersprüchliche Anforderungen sollten früh angesprochen werden. Sonst besteht die Gefahr, dass Auslegung, Tests und Dokumentation später nicht zu den Anforderungen des Projekts passen.

  3. Spezifikation und Design

    Die Anforderungen werden meist in der URS, im Lastenheft, im Pflichtenheft, in technischen Spezifikationen oder in vertraglichen Vereinbarungen beschrieben.

    Dort sollte festgelegt sein, was geliefert wird, wo die Liefergrenzen liegen, welche Schnittstellen bestehen und nach welchen Kriterien die Leistung geprüft und abgenommen wird.

    Auch die Anforderungen an das Design hängen von der späteren Nutzung ab. Bei produktberührenden oder reinigungsrelevanten Anlagen können zum Beispiel Werkstoffe, Oberflächen, Schweißverbindungen, Reinigbarkeit oder Entleerbarkeit eine Rolle spielen. Bei anderen Anlagen stehen eher Zugänglichkeit, Wartung, Kalibrierung oder die Trennung kritischer Bereiche im Vordergrund.

    Das geplante Design muss für den vorgesehenen Einsatz geeignet sein und die spezifizierten Anforderungen erfüllen. Je nach Projekt wird dieser Nachweis im Rahmen einer Design Qualification dokumentiert.

  4. Nachweise, Tests und Übergabe

    FAT und SAT prüfen, ob die Anlage die vereinbarten technischen und funktionalen Anforderungen erfüllt. Sie können Nachweise für die spätere Qualifizierung liefern, ersetzen IQ oder OQ aber nicht automatisch.

    Ob Testergebnisse übernommen werden können, hängt von der Teststrategie, den Akzeptanzkriterien, der Durchführung und der Dokumentation ab.

    FAT, SAT, technische Dokumentation und Übergabe sollten deshalb von Beginn an in der Projektplanung berücksichtigt werden.

    Für Anlagenbauer bedeutet das: Tests früh vorbereiten, Ergebnisse vollständig dokumentieren und die Unterlagen so aufbauen, dass sie für Abnahme, Inbetriebnahme und Qualifizierung genutzt werden können.

Technische Funktion und Intended Use

Zwei Anlagen können technisch sehr ähnlich sein und im GMP-Projekt trotzdem unterschiedlich bewertet werden. Der Unterschied liegt in ihrer späteren Nutzung.

Die technische Funktion beschreibt, was eine Anlage oder ein System leisten soll. Der Intended Use beschreibt, wofür diese Funktion im Prozess eingesetzt wird.

Aus beidem ergibt sich, welche Funktionen GMP-relevant sind und welche Anforderungen an Ausführung, Tests und Dokumentation gelten.

Aus der vorgesehenen Nutzung ergeben sich auch die Anforderungen an das Design. Eine produktberührende Prozessanlage muss daher anders bewertet werden als eine Verpackungsmaschine oder ein technisches Versorgungssystem.

CSV- und Datenintegritätsanforderungen können relevant werden, wenn computergestützte Funktionen GMP-relevante Prozesse, Entscheidungen oder Daten beeinflussen. Die konkreten Anforderungen werden auf den entsprechenden CSV-Seiten behandelt.

Funktion

Aus technischer Sicht steht im Vordergrund, was die Anlage leisten soll.

  • Was kann die Anlage?
  • Welche Funktionen werden umgesetzt?
  • Welche Parameter, Alarme und Verriegelungen sind vorgesehen?
  • Welche Schnittstellen bestehen?
  • Wie wird die technische Funktion geprüft?

Intended Use

Im GMP-Projekt wird zusätzlich betrachtet, wofür die Anlage oder Funktion im späteren Prozess genutzt wird.

  • Wofür wird die Funktion eingesetzt?
  • Kann sie Produktqualität, Prozesskontrolle oder Daten beeinflussen?
  • Welche Risiken entstehen daraus?
  • Welche Nachweise werden später benötigt?

Betreiber und Anlagenbauer

Betreiber und Anlagenbauer haben im GMP-Projekt unterschiedliche Aufgaben.

Der Betreiber definiert die vorgesehene Nutzung, bewertet die Risiken und konkretisiert die geltenden GMP-Anforderungen für das Projekt. Der Anlagenbauer setzt die vereinbarten Anforderungen für seinen Lieferumfang technisch um.

Welche Leistungen im konkreten Projekt erforderlich sind, ergibt sich aus den geltenden Vorgaben, der Spezifikation, dem Vertrag und dem vereinbarten Lieferumfang.

Betreiber

Der Betreiber legt fest, wie die Anlage eingesetzt wird und welche Anforderungen an Prozess, Produktqualität und Betrieb gelten.

Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem:

  • Definition des Intended Use
  • Konkretisierung der geltenden GMP-Anforderungen für die Anlage
  • Risiko- und Kritikalitätsbewertung
  • Entscheidungen zu Qualifizierung, Validierung und Freigabe
  • Verantwortung für den späteren Betrieb

Anlagenbauer oder Lieferant

Der Anlagenbauer setzt die vereinbarten Anforderungen technisch um und stellt die erforderlichen Unterlagen und Nachweise bereit.

Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem:

  • technische Ausführung
  • Beschreibung von Systemgrenzen und Schnittstellen
  • technische Dokumentation
  • FAT, SAT und weitere vereinbarte Tests
  • Dokumentation von Konfigurationen und Datenflüssen
  • Übergabe der vereinbarten Unterlagen

Wie wir unterstützen

eb engineering unterstützt Anlagenbauer und Lieferanten dabei, GMP-Anforderungen für den eigenen Lieferumfang zu prüfen und im Projekt umzusetzen.

Unterstützung ist vor allem dann sinnvoll, wenn Kundenvorgaben unvollständig sind, der GMP-relevante Lieferumfang noch nicht feststeht oder unklar ist, welche Tests und Unterlagen später benötigt werden.

Beratung

Wir prüfen Kundenvorgaben, Spezifikationen und vertragliche Anforderungen und leiten daraus ab, was für den vereinbarten Lieferumfang relevant ist.

  • Prüfung des GMP-Bezugs der eigenen Lieferung
  • Review von Kundenvorgaben und Spezifikationen
  • Abgrenzung von Lieferumfang und Schnittstellen
  • Klärung von Verantwortlichkeiten
  • Prüfung von Design- und Dokumentationsanforderungen
  • Abstimmung von Tests und Übergabeunterlagen

Schulung und Workshop

Wenn GMP für das Team neu ist oder im Projekt unterschiedliche Vorstellungen bestehen, unterstützen wir mit Schulungen und Workshops für Anlagenbau, Engineering, Automatisierung und technische Dokumentation.

Im Mittelpunkt stehen die Fragen, die technische Lieferanten im Projektalltag betreffen:

  • Welche GMP-Grundlagen sind für Anlagenbauer relevant?
  • Wie unterscheiden sich technische Funktion und Intended Use?
  • Welche Rolle spielen Risikoanalyse und GMP-gerechtes Design?
  • Welche Aufgaben haben Betreiber und Lieferant?
  • Was wird bei Tests, Dokumentation und Nachweisen erwartet?

Projektsupport

In geplanten und laufenden Projekten unterstützen wir bei fachlichen Fragen zu Spezifikation, Design, technischer Dokumentation, Tests und Übergabe.

Das kann bereits vor Projektstart sinnvoll sein, wenn Anforderungen noch offen sind. Auch während der Umsetzung unterstützen wir, wenn Vorgaben geprüft oder mit der technischen Lösung abgestimmt werden müssen.

Mögliche Leistungen sind:

  • Review von URS, Lastenheft und Spezifikationen
  • Prüfung von Design und Lieferumfang
  • Unterstützung bei FAT, SAT und Testdokumentation
  • Prüfung technischer Nachweise
  • Strukturierung von Übergabeunterlagen
  • Abstimmung qualifizierungsrelevanter Inhalte

Typische Fragen von Anlagenbauern

Welche GMP-Anforderungen gelten für Anlagenbauer?

Die Anforderungen ergeben sich aus der geplanten Nutzung der Anlage, der Risikobewertung, den geltenden Vorgaben, den Spezifikationen und dem vereinbarten Lieferumfang.

Eine allgemeine Liste, die für jedes Projekt gleichermaßen gilt, gibt es daher meist nicht.

Warum betrifft GMP den Anlagenbau?

Anlagen und technische Systeme können Produktqualität, Prozesskontrolle, Reinigung oder Daten beeinflussen.

Deshalb müssen bestimmte Funktionen, Komponenten und Schnittstellen nach festgelegten Anforderungen ausgeführt, geprüft und dokumentiert werden.

Welche Rolle spielt die Risikoanalyse?

Die Risikoanalyse zeigt, welche Funktionen, Komponenten oder Schnittstellen für den späteren Prozess kritisch sind.

Auf dieser Grundlage wird festgelegt, welche Anforderungen an Ausführung, Tests und Dokumentation gelten.

Ersetzen FAT und SAT die Qualifizierung?

Nein. FAT und SAT können Nachweise für die spätere Qualifizierung liefern, ersetzen IQ oder OQ aber nicht automatisch.

Ob Testergebnisse übernommen werden können, hängt von der Teststrategie, der Durchführung und der Dokumentation ab.

Wofür ist der Anlagenbauer verantwortlich?

Der Anlagenbauer ist für die technische Umsetzung der vereinbarten Anforderungen innerhalb seines Lieferumfangs verantwortlich.

Dazu gehören je nach Projekt auch Tests, technische Dokumentation und weitere vereinbarte Nachweise.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Das hängt vom Lieferumfang und von den Vorgaben des Betreibers ab.

Häufig werden technische Spezifikationen, Zeichnungen, Stücklisten, Materialzertifikate, Funktionsbeschreibungen, Testunterlagen, Konfigurationsnachweise und Übergabedokumente benötigt.

Wann spielen CSV und Datenintegrität eine Rolle?

CSV- und Datenintegritätsanforderungen können relevant werden, wenn computergestützte Funktionen GMP-relevante Prozesse, Entscheidungen oder Daten beeinflussen.

Das betrifft je nach Einsatz zum Beispiel SPS-, HMI- oder SCADA-Funktionen. Die konkreten Anforderungen werden auf den CSV-Seiten behandelt.

GMP-Anforderungen für Ihren Lieferumfang klären

Sie haben Anforderungen eines Pharma-Kunden erhalten und sind unsicher, was davon für Ihre Lieferung gilt?

eb engineering unterstützt bei der Prüfung der Vorgaben, der Abgrenzung des Lieferumfangs sowie bei der Vorbereitung von Tests und Dokumentation.